Eine ganzjährige Initiative für ein sauberes Dorf und eine gesunde Umgebung?

 

Mein Name ist Guido Baron. Im Jahr 2016 bin ich ganz bewusst aus Frankfurt wieder zurück nach Ellenberg gezogen, um wieder im ländlichen Raum mit besserer Luft in einer sauberen Umwelt und näher an der Natur zu leben. Mittlerweile lebe ich seit mehr als zwei Jahren hier, habe mich sehr gut eingelebt und fühle mich dank der netten Menschen hier wieder richtig zuhause.

Leider habe ich in dieser kurzen Zeit aber festgestellt, dass auch der ländliche Raum, also auch unser Dorf und seine Umgebung, immer mehr unter einem bereits weltweit bekannten Problem leidet: die zunehmenden Mengen an Plastikmüll und unachtsam entsorgter anderer Gegenstände an Weges- und Straßenrändern, auf Wiesen und Feldern sowie in unseren Wäldern. Ein Phänomen, von dem ich ausging, dass es nur in Großstädten zu finden sei. Da mir die Auswirkungen auf Mensch, Tiere und Natur bewusst sind, zog ich bereits 2017 nur noch mit einem Beutel ausgerüstet zusammen mit dem Hund rund ums Dorf, um so gut es geht besonders Plastikmüll aufzusammeln. Doch schon nach kurzer Zeit musste ich feststellen, dass ich trotz Unterstützung der Gemeinde an meine Grenzen stoße. Erst durch das genaue Hinschauen entdeckt man, wieviel Gegenstände achtlos oder unbeabsichtigt in der Natur landen. Viele, die sich an den großartigen ein bis zweimal jährlich stattfinden Kreisputzete-Aktionen beteiligen, werden es mir bestimmt bestätigen können. Teilnehmer solcher Aktionen haben mir aber auch berichtet, dass es schon wenige Tage nach den großen Aufräumaktionen so aussähe wie vorher. Traurig aber wahr!

Nun können wir alle den Kopf in den Sand stecken, mit den Finger auf andere zeigen oder selbst etwas dagegen tun. Die Verursacher können wir nicht ausfindig machen. Wir selbst sind vielleicht unbewusst daran beteiligt. Wie schnell verliert man mal einen Plastikbeutel, ein Bonbonpapier oder anderes. Verschwindend wenig denkt man sich, doch die Summe dieser Dinge führt zu einem Ausmaß, dessen wir uns oft nicht bewusst sind.

Um nicht tatenlos zuzusehen, möchte ich daher auf diesem Wege eine ganzjährige Initiative für ein sauberes Dorf und gesunde Umgebung ins Leben rufen: Ellenberger Dorfputzete könnte sie heißen. Denn die Kommunen und der Landkreis stoßen sowohl finanziell als auch personell an ihre Grenzen.

Die Idee ist daher folgende:

  • gemeinsam regelmäßige ehrenamtliche Putzete-Aktionen zu organisieren und zu koordinieren. Je nach Häufigkeit und Teilnehmerzahl von einer bis zwei Stunden Länge mit anschließendem Zusammensitzen bei Kaffee und Kuchen oder Vesper. Der Spaß soll nicht zu kurz kommen.
  • Raumpatenschaften: Dabei legen die Organisatoren bestimmte Gebiete fest und teilen diese den Raumpaten zu, die ihr Gebiet fortan regelmäßig ehrenamtlich aufräumen. So sammeln beispielsweise Schulklassen auf dem Schulweg Abfall ein, der Fussballverein übernimmt die Pflege der Sportanlage oder Einwohnerinnen und Einwohner räumen rund um öffentliche Grillplätze auf usw.
  • Bewusstseinsänderung und Hinterfragung des eigenen Konsumverhaltens: wie kann ich selbst dazu beitragen, weniger Müll zu produzieren? Eine Frage, die in den nächsten Jahren immer mehr an Bedeutung gewinnen wird, besonders da China nun keinen europäischen Plastikmüll mehr abnimmt, wie all die Jahre zuvor und die Entsorgungsbetriebe vielleicht bald an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen könnten.

 

Sicher werden auch Sie schon Berichte über die Plastikmüllteppiche in den Ozeanen gelesen oder gehört haben, die bereits die Größe von Kontinenten angenommen haben. Ich habe mich lange gefragt, wie das Plastik ins Meer gelangt? Lange dachte ich, dass das ein Problem der Meeresanrainer-Staaten sei. Heute weiß man, dass Müll zu 90% vom Land in die Gewässer gelangt: Vom Bächlein in den Bach, vom Bach in den Fluss, von den Flüssen in die großen Ströme nicht nur in Asien, sondern auch in den Rhein, die Donau, die Elbe, den Neckar usw. hinaus ins Meer wo der Müll sich in großen Strudeln in Form von riesigen Teppichen sammelt oder sich an den Stränden weltweit ablagert und mühsam aufgesammelt werden muss, soweit überhaupt möglich.

Das Problem betrifft daher uns alle und wir tragen eine Mitverantwortung dafür, jeder für sich als einzelner Mensch, aber vor allem gemeinsam, als Kollektiv. Wenn wir schon im kleinen Umfeld anfangen, etwas zu ändern, leisten wir einen großen Beitrag für Dorf, Umwelt und Natur und könnten ein Vorbild für andere sein. In vielen Gemeinden und Städten gibt es schon zahlreiche regelmäßige Putzaktionen für die Umwelt. Wir in Ellenberg könnten auch ein Teil dieser Bewegung werden.

Unsere erste offizielle Putzete fand am 23.02.2019 statt. Treffpunkt war der Parkplatz an der Elchhalle. Mit Warnweste, Müllsack und Arbeitshandschuhen gingen wir zu viert los und befreiten die Landstraße Richtung Dinkelsbühl bis hin zur Abzweigung Breitenbach links und rechts vom Unrat. 4-5 große blaue Müllsäcke konnten wir mühelos in 1,5 Stunden voll bekommen. Im Anschluss belohnten wir uns mit Tee und Kuchen, um den Tag ausklingen zu lassen.

Was halten Sie von unserer Initiative? Wenn Sie sich auch engagieren möchten, dann melden Sie sich doch einfach. Wir sind mittlerweile schon vier engagierte Bürger, denn gemeinsam erreicht man mehr und hat vielleicht auch noch Spaß und ein gutes Gefühl, etwas für die Umwelt, die Mitmenschen und für die Zukunft unserer Kinder getan zu haben. Dinge, die mit Freude angegangen werden gehen leichter von der Hand und führen zu großen Erfolgen. Packen Sie doch mit an! Melden Sie sich bei mir. Ich würde mich freuen, wenn wir Sie für unsere Sache begeistern könnten. So könnte daraus unser aller Sache werden. Bei Interesse können Sie eine E-Mail an guido.baron@me.com schicken oder Sie rufen mich unter 07962 908 99 97 an. Auch WhatsApp und Facebook sind bereits bei der Planung und Koordinierung von Aktionen von großem Nutzen.

Guido Baron