Allgemeinverfügung zur Überwachung und Bekämpfung von Nadelholz-Borkenkäfern im Privatwald im Ostalbkreis

Allgemeinvefügung

 

Die privaten  Waldbesitzenden im Ostalbkreis werden verpflichtet, die im Hinweis der unteren Forstbehörde vom 05.05.2020 genannten Maßnahmen zur Abwehr von Waldschäden, insbesondere der Aus­breitung der Nadelholz-Borkenkäfer Buchdrucker (Ips typographus), Kupferstecher (Pityogenes chalcographus), Krummzähniger Tannenborkenkäfer (Pityokteines curvidens) und  Kleiner Tannenborkenkäfer (Cryphalus piceae) durchzuführen.

 

1. Festsetzung des Geltungsbereich

Die Allgemeinverfügung bezieht sich auf mit Fichte (Picea spec.) oder Weißtanne (Abies alba) bestockte Grundflächen (Rein- und Mischbestände) im Privatwald des gesamten Ostalbkreises.

 

2. Anordnung der Überwachungspflicht

Die in Ziffer 1 genannten Wälder sowie die dort lagernden Nadelhölzer sind von den jeweiligen Eigentümern, Nutzungsberechtigten oder beauftragten Personen unverzüglich und bis 31.8.2020 einmal wöchentlich auf Anzeichen für den Befall durch die oben genannten Nadelholzborkenkäfer zu kontrollieren.

 

Anzeichen für Borkenkäferbefall sind:
  • Braunes Bohrmehl auf Rindenschuppen im Stammfußbereich oder auf liegenden Stämmen
  • Einbohrlöcher in der Rinde (1-3mm Durchmesser)
  • Harztrichter um Einbohrlöcher.
  • Harztröpfchen und Harzfluss am Stamm, vor allem am Kronenansatz.
  • Abblättern der Rinde oder Spechtschläge
  • Abwerfen grüner Nadeln bei Fichten
  • Kronenverfärbungen (rot) bei Tanne

 

3. Anordnung von Bekämpfungsmaßnahmen

Nadelholzborkenkäfer sind von den jeweiligen Eigentümern oder Nutzungsberechtigten unverzüglich und wirksam,  sachkundig und nach dem Stand der Technik zu bekämpfen oder von einem Dritten bekämpfen zu lassen.

 

Als erforderliche Bekämpfungsmaßnahmen werden hiermit angeordnet:

 

  • Einschlag und Aufarbeitung aller von Nadelholz-Borkenkäfern befallener Bäume und Abtransport allen befallenen Holzes (einschließlich Resthölzer) aus dem Wald vor dem Ausflug der Käfer zur Zwischenlagerung (Mindestabstand zum nächsten befallsgefährdeten Bestand: 500 Meter) oder weiteren Verarbeitung im Sägewerk.

 

  • oder Entrindung der Stämme, wenn nur Larven oder Puppen (weißes Stadium) vorhanden sind
  • oder Entrindung der Stämme und Entseuchung der Rinde durch Abtransport, Häckseln, Verbrennen, Verbringen in Plastiksäcke oder Kompostieren wenn bereits entwickelte Käfer vorhanden sind.
  • oder vollständiges Häckseln befallener Bäume und bruttauglichem Material
  • oder Behandlung aufgearbeiteter Bäume auf dem Polter mit zugelassenem Pflanzenschutzmittel als letztes Mittel. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln darf nur nach guter fachlicher Praxis und durch sachkundige Anwender durchgeführt werden. Behandelte Holzpolter sind mit Sprühfarbe zu kennzeichnen, mit Datum der Behandlung und dem Namen des verwendeten Pflanzenschutzmittels.

 

4. Anordnung der sofortigen Vollziehung

Der sofortige Vollzug der Ziffern 2. und 3. wird angeordnet.

 

5. Inkrafttreten und Geltungsdauer

Diese Allgemeinverfügung gilt an dem auf die Bekanntmachung im Amtsblatt des Ostalbkreises  folgenden Tag als bekanntgegeben und kann im vollen Wortlaut mit Begründung im Landratsamt Ostalbkreis, Stuttgarter Str. 41, 73430 Aalen während der Dienstzei­ten eingesehen werden.

 

6. Ersatzvornahme

Falls die Verpflichtung aus Nr. 2 und 3 nicht bis zum 12.06.2020 und danach laufend bis zum 31.08.2020 erfüllt wird, kann die untere Forstbehörde die Maßnahmen im Wege der Ersatzvornahme auf Kosten der Waldbesitzenden durchführen. Die Kosten der Ersatzvornahme von voraussichtlich 40 Euro/Erntefestmeter haben die jeweiligen Eigentümer oder Nutzungsberechtigten zu tragen.

 

 

Sachverhalt

 

Auf Waldgrundstücken im Ostalbkreis befindet sich derzeit von Nadelholzborkenkäfer befallenes, eingeschlagenes oder stehendes Holz. In unserem Hinweis vom 05.05.2020  haben wir auf die bestehenden Mängel und drohenden Gefahren hingewiesen und den Waldbesitzenden die durchzuführenden Maßnahmen mitgeteilt. Hierfür hatten wir eine Frist bis zum 22.05.2020 für bereits befallenes Holz gesetzt. Dieser Hinweis blieb von manchen Waldbesitzenden bislang unbeachtet.

 

Ebenfalls wurde darauf hingewiesen, dass Nadelholz- und Mischbestände regelmäßig bis zum 31.08. einmal wöchentlich kontrolliert werden müssen und bei Befall durch Nadelholzborkenkäfer die in Nr. 3 genannten Maßnahmen durchzuführen sind.

 

 

Der vollständige Wortlaut der Allgemeinverfügung mit Begründung und Rechtsbehelfsbelehrung können Sie hier herunterladen.